Tattooentfernung: So läuft die erste Sitzung ab
Die Angst vor der ersten Sitzung ist meist grösser als die Sitzung selbst. So läuft sie wirklich ab.
Sie haben sich entschieden: Das Tattoo soll weg, oder zumindest so weit aufgehellt, dass ein Cover-up möglich wird. Jetzt steht die erste Sitzung an. Und mit ihr kommen Fragen: Wie sehr tut das weh? Wie lange dauert es? Was sieht man danach? Dieser Ratgeber führt Sie Schritt für Schritt durch den Ablauf einer Tattooentfernung mit Picosekundenlaser bei SKIN X, ohne Beschönigungen, ohne Verkaufsdruck.
Vor dem ersten Impuls: Analyse und Sitzungsplan
Bevor der Laser auch nur einen Impuls abgibt, steht die Begutachtung des Tattoos. Wir schauen uns Farben, Stichtiefe, Alter des Tattoos, Ihren Hauttyp und eine mögliche Narbenneigung genau an. Das ist kein Formalakt, sondern die Grundlage für einen realistischen Behandlungsplan.
Aus der Analyse ergibt sich, wie viele Sitzungen realistischerweise nötig sind. Für eine vollständige Entfernung sind das typischerweise 5 bis 12 Sitzungen, bei einer gezielten Aufhellung für ein Cover-up meist deutlich weniger. Sie erhalten von uns einen Festpreis pro Sitzung ab CHF 99, keine versteckten Folgekosten, kein Preisanstieg mittendrin. Auf der Preisseite finden Sie eine Übersicht.
Diese erste Besprechung ist auch der Moment für alle Ihre Fragen. Was ist realistisch? Welche Farben lassen sich gut entfernen, welche weniger? Wie sieht das Tattoo nach der Hälfte der Sitzungen aus? Wir beantworten das ehrlich, bevor irgendetwas blitzt.
Welche Farben lassen sich gut entfernen?
Schwarz und dunkles Blau sprechen am besten auf den Picosekundenlaser an. Diese Pigmente absorbieren das Laserlicht besonders effizient und werden zuverlässig zertrümmert. Das ist die gute Nachricht für die Mehrheit der Tattoos.
Andere Farben sind anspruchsvoller. Rot, orange und gelb reagieren je nach Pigmentzusammensetzung unterschiedlich stark. Hellgrün und türkis gelten als die hartnäckigsten Farbtöne, weil sie bestimmte Wellenlängen kaum absorbieren. Das bedeutet nicht, dass eine Entfernung unmöglich ist, aber der Aufwand und damit die Anzahl der Sitzungen steigt.
Weisse und fleischfarbene Pigmente, wie sie in Decktattoos oder bestimmten Highlights vorkommen, können paradoxerweise unter Lasereinwirkung nachgedunkeln. Das besprechen wir im Vorfeld explizit und behandeln solche Stellen mit besonderer Vorsicht. Ergebnisse sind grundsätzlich individuell verschieden, eine ehrliche Prognose gibt die Analyse beim Erstgespräch.
Der Probeimpuls: Das Gummiband-Erlebnis
Bevor wir das gesamte Tattoo behandeln, setzen wir an einer kleinen, unauffälligen Stelle einen einzelnen Testimpuls. Das hat zwei Gründe: Wir sehen, wie Ihre Pigmente auf den Laser reagieren und wie Ihre Haut den Reiz verträgt. Und Sie spüren zum ersten Mal, wie sich die Behandlung wirklich anfühlt.
Das viel zitierte Bild des «Gummiband-Schnippens auf die Haut» trifft es gut. Kurz, deutlich, gut aushaltbar. Die meisten Kund:innen sind überrascht, wie handhabbar das Empfinden ist. Die Schmerzwahrnehmung variiert je nach Körperstelle erheblich: Rippen, Kniebeuge und Fussrist sind empfindlicher als Schulter oder Oberschenkel.
Auf Wunsch tragen wir vor der Behandlung eine betäubende Creme auf. Diese braucht etwa 45 bis 60 Minuten Einwirkzeit und dämpft das Schmerzempfinden merklich. Sprechen Sie uns einfach an, wenn Sie das bevorzugen, das ist kein Zeichen von Empfindlichkeit, sondern kluges Planen.
Ablauf der eigentlichen Behandlung
Ist die Analyse abgeschlossen und der Probeimpuls gesetzt, beginnt die eigentliche Laserung. Je nach Grösse des Tattoos dauert sie 5 bis 30 Minuten. Kleine Motive am Handgelenk sind in wenigen Minuten erledigt, grossflächige Rücken- oder Sleeve-Tattoos benötigen entsprechend länger.
Der Picosekundenlaser fährt das Motiv in systematischen Bahnen ab. Pro Impuls werden die Tattoopigmente in feinste Partikel zertrümmert, sogenannte Photomechanik. Direkt nach der Behandlung erscheint das typische «Frosting»: ein weisslicher, leicht opaker Schleier auf der Haut. Das ist keine Verbrennung, sondern Kohlendioxid, das durch die schnelle Energie freigesetzt wird. Es verschwindet nach 15 bis 30 Minuten von selbst.
Nach der Laserung kühlen wir das Areal, versorgen es steril und geben Ihnen die Nachsorgehinweise schriftlich mit. Die nächste Sitzung planen wir direkt oder Sie buchen sie flexibel über unsere Online-Buchung.
Schmerz und Betäubung: Was Sie erwarten dürfen
Tattooentfernung ist kein komplett schmerzfreies Verfahren, wer das behauptet, lügt. Aber es ist bei weitem nicht so dramatisch, wie es in manchen Online-Berichten klingt. Die meisten unserer Kund:innen beschreiben es als intensiv aber gut aushaltbar, ähnlich oder vergleichbar mit dem ursprünglichen Stechen des Tattoos.
Empfindlichere Stellen und grosse Flächen profitieren klar von der Betäubungscreme. Die Einwirkzeit muss eingeplant werden, deshalb ist es sinnvoll, dies beim Buchen anzugeben, damit wir genug Zeit für die Vorbereitung einkalkulieren.
Während der Behandlung hilft es, gleichmässig zu atmen. Viele Kund:innen sind nach der ersten Sitzung erleichtert, weil die Vorstellung schlimmer war als die Realität.
Die Tage nach der ersten Sitzung
In den ersten 24 bis 48 Stunden ist eine Rötung und leichte Schwellung des behandelten Areals normal. Das ist eine physiologische Reaktion, kein Zeichen für eine Komplikation. Die Haut verhält sich ähnlich wie nach einem leichten Sonnenbrand.
Gelegentlich bilden sich in den ersten Tagen kleine Krusten, Bläschen oder eine leichte Schuppung. Nicht kratzen und nicht aufkratzen: Die Krusten schützen die heilende Haut darunter. Lassen Sie sie abfallen, sie sind weg, wenn die Zeit reif ist.
Für eine Woche empfehlen wir, auf Sauna, Schwimmbad und intensiven Sport zu verzichten. Für vier Wochen gilt: konsequenter Sonnenschutz auf dem behandelten Areal, LSF 50, auch an bewölkten Tagen. UV-Einwirkung auf frisch behandelte Haut erhöht das Risiko für Pigmentverschiebungen.
Sichtbar heller wird das Tattoo nicht sofort nach der Sitzung, sondern in den folgenden 6 bis 8 Wochen, während das Lymphsystem die zertrümmerten Pigmentpartikel abtransportiert. Das ist der Grund für den Mindestabstand zwischen den Sitzungen.
Wie viele Sitzungen, wie lange der Abstand?
Der Abstand zwischen zwei Sitzungen beträgt mindestens 6 bis 8 Wochen. Dieser Zeitraum ist kein Puffer aus Komfort, sondern medizinisch notwendig: Der Körper braucht diese Zeit, um die fragmentierten Pigmente über das Lymphsystem abzutransportieren. Engere Abstände wären kontraproduktiv und belasten die Haut unnötig.
Wie viele Sitzungen insgesamt nötig sind, hängt von vielen Faktoren ab: Farbe und Qualität der Tinte, Alter des Tattoos, Stichtiefe, Hauttyp und Immunsystem. Als Richtwert gilt: Ein älteres, einfarbiges Schwarz-Tattoo ist zugänglicher als ein frisches, mehrfarbiges Motiv mit modernen Tinten.
Eine vollständige Entfernung braucht in der Regel 5 bis 12 Sitzungen. Wer das Tattoo nur für ein Cover-up aufhellen möchte, kommt oft mit 2 bis 4 Sitzungen aus. Das besprechen wir in der kostenlosen Erstberatung konkret für Ihr Tattoo.
Tattooentfernung für Cover-ups: Aufhellung statt Komplettentfernung
Viele Menschen kommen nicht, weil das Tattoo vollständig weg soll, sondern weil sie es von einem Tätowierer überarbeiten lassen möchten. Ein guter Cover-up braucht ausreichend Spielraum, und den schafft der Picolaser zuverlässig.
Für eine Aufhellung, die genug Kontrast für ein neues Motiv lässt, reichen oft deutlich weniger Sitzungen als für eine vollständige Entfernung. Das spart Zeit, spart Kosten und der Tätowierer hat eine saubere Ausgangslage.
Wenn Sie ein Cover-up planen, empfehlen wir, das von Anfang an zu kommunizieren. Dann stimmen wir Anzahl und Intensität der Sitzungen gezielt auf dieses Ziel ab, statt auf maximale Entfernung zu optimieren.
Eignung und Kontraindikationen
Die Picosekundenlaser-Tattooentfernung ist für die meisten gesunden Erwachsenen geeignet. Es gibt jedoch Situationen, in denen wir von einer Behandlung abraten oder sie verschieben.
Kontraindikationen sind unter anderem: Schwangerschaft und Stillzeit, aktive Hauterkrankungen im Behandlungsareal, frische Bräune oder aktive Sonnenbrandstellen, bestimmte photosensibilisierende Medikamente sowie bekannte Neigung zu Keloiden.
Bei sehr hellen Hauttypen und bei Personen mit bestimmten Pigmentstörungen besprechen wir die Behandlung besonders sorgfältig. Das Narbenrisiko ist bei fachgerechter Durchführung gering, bei übermässigem Risikoprofil verzichten wir lieber auf die Behandlung als auf Ihre Sicherheit.
Im Zweifelsfall: Kommen Sie zur Erstberatung. Wir schauen es uns an und sagen Ihnen ehrlich, ob und wie wir helfen können.
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